Zum Eingewöhnen auf die Prüfungswoche wird in der PrüfungsVORwoche schon eine Präsentation, ein Mal Englisch schriftlich, Französisch mündlich und interkulturelles Management über die Bühne gebracht. Kann nur von Vorteil sein, denn sonst müsste ich auch noch am Ende (wie manch andere) 3 Prüfungen an einem Tag schreiben.
Während der Präsentation bin ich wieder einmal erstaunt, dass der Kauderwelsch, den ich von mir gebe, auch wirklich Sinn macht. Auch die übrigen Vorträge sind zum Großteil interessant, bestätigen aber wieder den Eindruck, dass der durchschnittliche Franzose, am liebsten sich selber reden hört. Ein 20 Minuten-Vortrag wird dann mal eben auf 40 Minuten ausgedehnt, indem zur Erklärung kultureller Unterschiede zwischen der australischen und französischen Arbeitsweise auch die Flora und Fauna Australiens unbedingt erläutert werden muss.
Ich brauch dringend Bewegung und gönn mir darum am Abend eine Runde Aerobic. Abwechslung muss auch mal sein. Also muss ich mich notgedrungener Weise danach noch bis Mitternacht über die Englischtexte hängen, denn am nächsten Tag steht Englisch schriftlich auf dem Plan.
Vorsorglicher Weise steh ich gegen acht auf, um wie zur Vorlesung gegen zehn da zu sein. Ich wiederhole gerade noch ein paar Vokabeln, da klingelt mein Handy: Was sei denn passiert, wo sei ich und auch Claudia (eine weitere Studentin aus Deutschland)? Tja, die Englischprüfung findet doch 8 Uhr statt und die zweite Fremdsprache 10 Uhr. Ups. Ich dachte eben um zehn „Mais c’est une erreur!“. Mir rutscht das Herz in die Hose und beginnt danach zu flattern. Ich darf trotzdem gegen 9.30 kommen und meine 2 Stunden schreiben. Puh, Glück gehabt. Allerdings ist das kein besonders gelungener Start in die Schriftlichprüfung.
Nachmittags heißt es lernen, lernen, lernen und nochmals lernen: Seitenweise Definitionen, die selbst für Franzosen zum Teil nicht voneinander unterscheidbar sind.
Die französisch mündlich Prüfung versuche ich auch ganz locker anzugehen und bereite mich nicht gezielt darauf vor, schließlich hör ich ja den ganzen Tag Französisch, n’est-ce pas?! Wir müssen Fragen zu einem Monolog von Kassette beantworten. Als wir es zum ersten Mal gehört haben, fragt Saskia: war’s das schon? – mh, ja, so einfach wie erhofft war es leider doch nicht.
Die Prüfung am Freitag kann man durchaus als fair bezeichnen, nichts desto trotz bin ich fürchterlich aufgeregt und total knülle danach. Mein Magen spielt auch verrückt, sodass ich quasi voll-nüchtern zu Anna aufbreche. Dort feiert 20.00 Uhr die 5-Mädels-Gruppe made in Germany ihren AbschiedsfeierVORfeier. Das heißt wir bringen uns mithilfe von Jacki (Jackeline = Cocktail, siehe 29|09 – 05|10) in die richtige Stimmung für die letzte Erasmusfeier, die so gegen 22.00 Uhr losgehen soll. Zu der Zeit habe ich bereits wider meiner guten Vorsätze 2 Gläser intus (à 0,5l), sodass ich bereits 23.30 den Heimweg antrete. D.h. ich war nicht auf der Erasmusfeier, habe mich nicht von den anderen verabschieden können und noch dazu höllische Kopfschmerzen am Samstag – der vorletzte Tag zum lernen. Allerdings beweisen die Videos, dass es das Wert war. Keine von uns wird diesen Abend vergessen und auch keiner der übrigen Wohnheimbewohner, denn unsere Musik - verschönt von unserem Gesang und Tanz- hat quasi den ganzen Flur unterhalten. Somit sind von nun an Mia, Peter Fox, Hund am Strand & Co. auch Frankreich bekannt.
Wie man sich vorstellen kann, fällt mir das Lernen am Folgetag nicht so leicht. Ich versuche es vorerst mit Lesen im Liegen und nicht zu viel bewegen. Gegen Abend bessert sich zum Glück mein Wohlbefinden einigermaßen.

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