Donnerstag, 25. September 2008

Für's Leben lernen



Das Auslandssemester dient natürlich nicht nur der akademischen Weiterbildung sondern auch dem interkulturellen Austausch. An dieser Stelle einige meiner ersten Lektionen, die ich gelernt habe:

Lektion N°1: Wie komme ich bei rot über die Fußgängerampel ohne dabei zu Schaden zu kommen und trotzdem so viele Autofahrer wie möglich warten zu lassen?

Lektion N°2: Warten ist die Königsdisziplin, wenn man etwas besonders eilig braucht. Schnelles Arbeiten haben die französischen Landsmänner und –frauen von den Faultieren adaptiert. Um so länger die wartende Menschenschlange um so wichtiger die privaten Gespräche der Angestellten untereinander (um das anstehende Mittagessen oder Ähnliches).

Lektion N°3: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Wieso einen Stundenplan für das gesamte Semester schreiben, wenn man diesen auch jede Woche wieder neu erfinden kann? Gleiches gilt selbstverständlich für den Raumplan.

Lektion N°4: Du beantragst ein wichtiges Dokument und überträgst die Kompetenz zur Erstellung dessen in - deiner Meinung nach – erfahrene Hände? Fataler Fehler solltest du dich darauf verlassen. Mehrmaliges Nachfragen, Nachhaken, Bohren sind unabdingbar. Und bitte nicht wundern und schon gar nicht aufregen, wenn eben diese wichtigen Dokumente gerade mal abhanden gekommen sind.

Lektion N°5: Posttechnisch liegt Lille – beziehungsweise der Campus – in der Antarktis. Den Postboten erzittert es schon beim Gedanken daran, hier vorbeizukommen. Also wird scheinbar einmal wöchentlich Post geliefert. Dann verfahren die Angestellten der Rezeption mit wichtigen Briefen und Paketen wie mit Käse – sie müssen reifen und möglichst lange liegen. Hierfür wird noch mal groß auf den Umschlag das Zielgebäude und –zimmer angegeben. Um den Reifeprozess zu verstärken wird aus Gebäude „N“ ein „O“. Diese Buchstaben sehen sich ja auch wirklich zum Verwechseln ähnlich!

15 bis 21|09 Schluss mit lustig!

Am Montag werde ich zwischen 9.00 und 16.00 Uhr mit Informationen vollgestopft, sodass ich danach kaum noch meinen Namen buchstabieren kann. Die Flut an französischen Begriffen hat mich gerade zu betäubt... Macht aber nichts, denn am Dienstag wird dieser Zustand noch mal vertrieft. Ich habe Glück und man sieht mir meine Hilflosigkeit förmlich an. Mit zehn Fragezeichen im Gesicht stehe ich vor dem Stundenplanaushang und mir wird sogleich Hilfe angeboten. Ein Hoch auf die französischen Umgangsformen.


mein Kurs: MSG, Option Commerce international (CI)

Jedenfalls ist meine eigentlich „Klasse“ ca. 15 Mann stark. Da immer jemand fehlt, konnte ich bisher noch nicht die Absolutzahl ermitteln. Dafür gab es in quasi jeder Vorlesung kleine Vorstellungsrunden vor dem Prof, schriftlich oder mündlich. Mir wird auch gleich in der ersten Vorlesung – Controlling – jegliche Illusion genommen, dieses Semester würde mir irgendwas geschenkt. Vor dem Prof sind eben doch alle gleich, kein Erasmus-bonus. Und statt uns eine nette Vorlesung zu halten, lässt er uns arbeiten. Ich versteh nur chinesisch und kann kaum den Kontenrahmen entziffern. Tja Liquiditätsplan heißt leider in Französisch nicht Liquiditätsplan.

Zur Entschädigung fahren wir nachmittags ins IKEA. Unvorstellbar was ich da erleben muss: es gibt nicht wie in Deutschland den tollen Hot-Dog mit Zwiebeln und Gurke so viel man möchte!!! Es gibt schon einen, aber der hat bis auf die Wurst keine Ähnlichkeit mit dem mir bekannten.

Zurück zur Uni: Durchschnittlich 2 Vorlesungen habe ich am Tag. Klingt wenig? Wenn man bedenkt, dass ein Vorlesung meistens 4 Stunden dauert, in der man höchstens 15 Minuten Pause einschiebt, reicht das völlig, finde ich. Es reicht jedenfalls um an die 10 Stunden zum Freitag in der Uni zu verbringen. Danach brauch ich dringend die Bestätigung, dass nicht nur ich das Gefühl habe, unten von oben nicht mehr unterscheiden zu können.

Es gibt ein Erasmustreffen von ca. 25 Mann in einem 10qm Zimmer. Stefano, der Gastgeber, kocht für alle original italienische Pasta mit einer legendären Soße. Meine Stimmung bessert sich von Nudel zu Nudel...

Holland-Deutschland-Stammtisch

Der Samstagabend endet wie gewöhnlich in einer Bar im Stadtzentrum, wo man alle Getränke als viel zu teuer empfindet. Aber was soll’s. Schließlich hat keine(r) Lust einen blauen Brief gleich im ersten Monat zu kassieren. Denn ab 10 Uhr ist Nachtruhe auf dem Campus und es wird deutlich darauf hingewiesen, dass Partys auf dem Zimmer absolut verboten sind. Ein blauer Brief im Posteingang bedeutet schon die letzte Mahnung. Beim nächsten - hopp – neue Bleibe suchen! Das Wochenende klingt gemütlich bei einem Film - „Donny Darko“ – aus. Da die Brieten unsere Gastgeber sind, gucken wir auf Englisch. Macht ja nichts, wir haben sowieso alle schon Wort-gulasch im Kopf...

Mittwoch, 17. September 2008

12|09 Was ist heute gleich noch mal?

Okay, wir haben zugegebenermaßen am Donnerstagabend schon reingefeiert... Nachdem wir die Verfilmung von „Die Tagebücher der Anne Frank“ auf französisch gesehen haben.

Zurück zum Tag des Geschehens:

Vor dem Vergnügen kommt die Arbeit. Das heißt noch mal in die Stadt fahren und eine Card Viva (Monatskarte) beantragen.

20.00 Treff in meinem Zimmer mit den anderen 4 deutschen Mädchen. Wir stoßen mit Sekt an. Prost! Und ich bekomme sogar ein Geschenk: eine wundergemütliche Tagesdecke für meine „Luxusliege“.

Vorglühen bei mir

21.00 Sturm auf den Gemeinschaftsraum der Bachelard-Wohnheims. Das zweite Geburtstagskind ist schon da und hat mit den Aufbauarbeiten begonnen: Musik, Licht, Getränke, Essen. Auch die ersten Gäste trudeln ein. Für uns gibt es Wein und Wodka Ahoj! Die Engländer schauen etwas skeptisch, aber spätestens als sie Brause im Mund anfängt zu kribbeln, lachen auch sie. 2 Runden Wodka Ahoj reichen meiner Meinung nach völlig aus.

vorm Wohnheim Bachelard

Nur Stefano ist fest überzeugt, ich solle noch Wein und Sekt und und und trinken... Naja, einen Schluck... Da es bereits nach 23.00 Uhr ist, hab ich mich moralisch schon vom Diskoabend verabschiedet, da 24.00 Uhr die letzte Metro fährt.

Torben, -_-, Stefano

Da rückt Anne nicht von mir ab und drängelt, dass wir doch noch los wollen. Okay, ich bin dabei! Ich sag denen, die ich noch treffe Bescheid und wir rennen los Richtung Metro-Station: singend, lachend, grölend. Viktoria entledigt sich dabei noch ihrer Schuhe. Geschafft! Wir sitzen in der Metro: die wegen dem Wodka Ahoj aufgetauten Engländer, the party animal Mathieu (Belgier), Viktoria, Anna, Anne, Micha und ich. Eine kleine feine Partyrunde! Wir entscheiden uns kurzerhand für das 7 heaven. Gott sei Dank übernimmt Sarah die Rolle des Guide – meine Orientierungsfähigkeiten sind etwas beschränkt zu der Zeit :o)

Anne, Anna, Robert (GB)

Im 7 heaven ist kaum was los, doch nach einer halben Stunde tanzen wir Mann an Mann. Es wird elektronische Musik gespielt – zu meinem Glück, zum Leid der anderen. Aber die Stimmung lässt an nichts zu wünschen übrig. Außerdem bleibt uns keine andere Wahl: die erste Metro fährt erst nach 5!

Da die Cola hier schon 5 Euro und der Cocktail 8 kostet gehen wir noch mal zwischendurch in eine Bar um die Ecke... Sozusagen vortrinken. Zurück im „7“ quatschen wir mit einem Franzosen, der auf seiner Jacke einen Aufnäher der deutschen Fahne hat. Aber deutsch spricht er natürlich nicht...

Als der Laden schon fast leer ist, machen wir uns auch auf den Weg Richtung Wohnheim. Kurz vor 6 Uhr steigen wir in die Metro. Da mein Wohnheim am anderen Ende des Campus liegt, bleibe ich noch sitzen, als die anderen schon aussteigen... Nach 10 Minuten realisiere ich, dass die Metro sich nicht weiterbewegt. Gut. Dann eben aussteigen und im flotten Joggingschritt nach Hause gegangen. Der Campus ist menschenleer und es ist finster. Ja, es gruselt mich schon. Aber ich komme wohlbehalten im Ganzen in meinem Zimmer an. Nach einer Schüssel Müsli geht es auch endlich ins Bett!

Was für ein Geburtstag!!!!!!

08 bis 11|09 Vacances!

Urlaub – oder so ähnlich! In Wirklichkeit hirsche ich jeden Tag über den Campus, um organisatorische Dinge zu klären: Studentenausweis abholen, in der Bibo einschreiben.... und in der Sonne sitzen! Naja, ein wenig Erholung muss es ja auch geben! Außerdem laufen wir aller 2 Tage ins „Auchun“ einkaufen. Die 20 Minuten Wegstrecke sind machbar, nur auf dem Rückweg mit Wasserflaschen, Sekt, Cola und Wodka schmerzt allmählich der Rücken... Der Alkohol wird selbstverständlich für das Wochenende eingekauft :o)

Abends treffen wir uns mit den anderen Erasmusstudenten und besetzen abwechselnd die Zimmer in den verschiedensten Wohnheimen...

07|09 Sonntagsruhe


Erst einmal ausschlafen und die müden Glieder von der Anstrengung auf der Braderie erholen lassen. Die anderen sind noch so kaufwütig, dass sie am Nachmittag noch einmal in die Stadt fahren – nicht für mich!


Aber den Ausflug in eine Bar am Abend lass ich mir nicht entgehen. Und so sind wieder Mal 5 deutsche Studentinnen unterwegs... Wir suchen eine Bar und schlendern vorbei an den wunderschönen kleinen Läden in der Altstadt mit Pop Art Bildern, Schmuck, Klamotten. Gott sei Dank sind alle Läden schon zu... Wir nehmen dann in einer kleinen Bar Platz, die an eine Wohnzimmer erinnert. Wir haben Glück: Happy Hour! Das heißt wir bestellen alle einen Cocktail für nur 5 EURO, sonst 8! Aber Cocktails sind nicht gerade die Meisterdisziplin der Franzosen, es empfiehlt sich sonst Wein zu trinken.

Montag, 8. September 2008

Braderie! 05 und 06|09


06|09

Braderie – ganz Lille wird zum riesigen Flohmarkt umfunktioniert, zu dem über 2 Millionen Menschen aus ganz Frankreich, Belgien und Umgebung kommen. Wir treffen uns gegen 3 und fahren rein. Es scheint sogar die Sonne! Schon die Metro wird beängstigend voll, was nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Menschenmassen in den Straßen ist. Gleich in der 2ten Straße entdecke ich ein Schaltuch und eine Tasche für mich- nur als Souvenir – versteht sich. Zig Menschenstaus weiter flanieren wir vorbei an Ständen mit Essen, Klamotten, Schnickschnack und Trödel bis wir auf der Citadelle auf dem Rummel landen. Wir durchqueren noch die Altstadt und sind nach nur 3 Stunden knülle.

Eigentlich ist der Plan noch einmal nach Hause zu fahren. Jedoch gibt es mit der Metro ein Problem, das ca. 2 Stunden dauern soll – eine Katastrophe. Jedenfalls besorgen wir uns ein kleines Picknick und machen es uns auf dem Platz vor dem Euralille (größtes Einkaufszentrum Lilles) gemütlich und warten auf das kostenlose Livekonzert. Es kommt Texas und Amy MacDonald. Die Atmosphäre ist echt super. Wenn die Fuß- und Rückenschmerzen nicht wären, dann wäre es perfekt.

Der eigentlich Höhepunkt soll die Frankreich-Ausgabe des ..-sucht-den-Superstar sein, allerdings ist der Typ echt seltsam, ebenso wie seine Musik. Die hinzugestoßenen Deutschen mussten übrigens vom Campus aus laufen, was so ca. über eine Stunde dauerte, da nach 21.00 Uhr immer noch keine Metro fährt. Ich stell mich mental schon auf den Marsch ein und hör schon meine Sohlen flehen. Gott sei Dank fährt sie wieder, als wir uns auf den Weg Richtung wohlverdientes Bett machen.

05|09

Halb acht aufstehen ist keine gute Idee. Es dreht im Magen und mir schlottern die Knie – den ganzen Tag! Mittags gibt es zum x-ten mal Tütensuppe: super! Nach dem Sprachkurs geht es ganz schnell nach Hause, um bis halb zehn im Halbkoma zu verbringen. Selbst Musik, Klopfen an meiner Tür, das Öffnen dieser und mich Ansprechen halten mich nicht von meinem tiefen Schlaf ab. Man hätte mich glatt klauen können. Der Film (auf Deutsch!) bei Hanni rundet den Abend ab...

Endlich: ERASMUS-Leben 04|09

Nachmittags findet die "Réunion ERASMUS" statt. Übersetzt heißt das: Infoveranstaltung für alle ERASMUS-Studenten im vollen Hörsaal, während die Profs schnell, undeutlich und lediglich mit der ersten Reihe sprechen. Klar ist: wir müssen für alles extra zahlen: Sport, Kulturangebot etc. Ebenso wie für die Monatskarte brauchen wir dafür und das Essen in den Mensa unseren Studentenausweis. Wann wir den bekommen steht noch in den Sternen...

Der Lichtblick folgt, als wir im Anschluss auf ein Glas Sekt eingeladen werden. Wir verabreden uns alle für abends... Juhu!

Mit ca. 30 Erasmus-Studenten geht es mit der Metro ins Stadtzentrum. Wir fallen in ein Pub ein und beschlagnahmen dort zu gut wie alle Plätze inklusive der Tanzfläche. Nach einem Bier zappeln wir alle im Rhythmus der 80er und 90er bis sogar House-Musik gespielt wird...

die ERASMUS-Truppe auf dem Weg

Völlig zufrieden uns absolut fertig geht es mit der letzten Metro nach Hause. Das Starkbier hat es echt in sich. Und schließlich wartet Freitag ein laaaaaaaaaanger Französisch-Tag auf uns.

Yo, Mädels! Es wird fleißig getanzt! Wir lernen auch Franzosen kennen....

Wo sind wir? 03|09

Wir haben am Mittwoch absichtlich den Nachmittag frei, um verschiedene organisatorische Dinge zu regeln. Jedoch läuft es bei den Franzosen nicht wirklich alles nach Plan. Die Unterzeichnung des Mitevertrages (bisher wohne ich ohne zu bezahlen) funktioniert reibungslos. Allerdings wird es bei der Kurseinschreibung schon komplizierter. Da ich bereits im IAE eingeschrieben bin, irre ich mit Anne über den Campus, die gern ihre Mathekurse auswählen möchte...

Es erinnert uns sehr an einen Hindernisslauf: Trepp auf, Trepp ab.... usw....

Samstag, 6. September 2008

Intensivkurs 02|09

Ich bin nun in Gruppe B1 (es geht von A1 bis C2, von Anfänger zu Fortgeschritten). Gar nicht so übel wie befürchtet. Im Kurs gibt es noch Engländer, Holländer (bspw. meine Banknachbarin Christine – unheimlich nett), Brasilianer/innen, Rumänier und eine Österreicherin. Nach 6 Stunden Sprachkurs bin ich völlig fertig und kann kaum noch deutsch sprechen... In meinem Kopf wehen Strohballen umher!

unser Kurs B1

Das hindert uns nicht daran danach noch mal ein, zwei Sachen bei Auchun einzukaufen... Auf dem Rückweg überfällt uns der Regen. 20 Minuten später sind wir total durchnässt – ein kleiner Vorgeschmack auf das typische Wetter in Lille. Es fühlt sich nach Herbst an und die Brasilianerinnen vermissen schon die Sonne.

Abends treffen wir noch ein paar andere Erasmusstudenten in dem 10qm-großen Zimmer von Anna. Da wir ca. 10 Leute sind steigt die Luftfeuchte schnell an :-/

?Sprachtest? 01|09

Vor dem Stress der Sprachprüfung gehen wir noch in den riesigen Auchun-Markt im Centre Commercial de Villeneuve d’Ascq. Es wird fleißig Putzzeug (da vergessen) und Wäschetrockner (ebenso vergessen) und Kleiderbügel (siehe eben da) und ein wenig zu Essen eingekauft. Da alles doppelt so viel kostet wie in Deutschland kommt ein ordentliches Sümmchen zusammen.

Schließlich treffen wir uns mit weiteren Deutschen Anne (Berlin) und Anna (Paderborn) und Micha (Rosenheim) vor dem Bât. SUP SOAI, um den Sprachtest endlich hinter uns zu bringen. Die Gruppe Erasmusstudenten (ca. 50) reden gefühlte 20 Sprachen durcheinander: Französisch mit Akzent, Englisch, Spanisch, Belgisch, Rumänisch... Selbstverständlich nehmen wir die letzte Reihe im Vorlesungsraum..

Tja und dann schlägt für mich die Stunde der Wahrheit. Nach dem 4-seitigen schriftlichen Test (Lückentext, point de vu und verstehendes Lesen) folgt noch eine mündliche Befragung durch die Profs. Ja, das Resultat: oral – richtig gut, dafür schriftlich um so schlimmer! Es gibt viel zu tun. Aber wie es so schön heißt: Tout va bien!

Dann fummeln wir ewig an meinem Internet, das einfach nicht funktionieren will! Aber dann: es klappt doch! Hallo Welt – ich bin wieder online!

Abends treffen wir uns noch mit 4 Rüsselsheimern und gehen in ein Pub in Centre Lille. Ein Dutzend deutsche Studenten in Lille – es wird ein feucht-fröhlicher Abend :o)

Stadtbesichtigung 31|08

Nach einem spärlichen Frühstück geht es zum Sightseeing nach Lille Centre. Die Stadt, vor allem die Altstadt ist wirklich zum verlieben... Aber vorher noch mit dem Bus zum Institut IAE, wo meine Vorlesungen stattfinden sollen. Die Busfahrt ist ein Abenteuer für sich, denn die Haltestellen, die wir passieren sind kaum erkennbar, sodass man schon im Vornherein wissen muss, wann und wo der Bus anhalten soll. Hin und her geschaukelt stehen wir vor dem riesigen Eingang, dessen Tür ich niemals eigenhändig öffnen kann...


Danach erobern wir die Altstadt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten streifen wir, wie die alte Börse, Notre Dame uvm. Die kleinen Läden sind wirklich zum Verlieben. Aber das Highlight stellt der Markt dar, auf dem es frische Blumen, Gemüse uvm. gibt. Die Menschen sind unheimlich gesellig und redselig hier – man fühlt sich wie im Bienenstock...

Das Bier für 5 Euro (0,25 l) lassen wir links liegen und nehmen Platz in einem kleinen, süßen Café, wo es eine herrliche Käseplatte und eine echt flämische Waffel gibt. Einfach köstlich! Wir genießen die Sonne und ich fühl mich wie im Urlaub!

Nach der Verabschiedung am Wohnheim lern ich zwei deutsche Erasmusstudentinnen kennen, die aus ZWICKAU kommen: Hanni und Katha. Wir kochen lecker Biomöhren und –kartoffeln mit Hähnchen. Mmmmmh lecker! Dazu gibt es selbstverständlich Wein.

Ankunft 30|08


Die Sonne geht gerade auf, da starten wir mit einem voll bepackten Auto gen Lille. Wir nehmen die „Abkürzung“ über Leipzig, Göttingen, Kassel. Jedenfalls kommen wir wenige und kurze Pausen später gegen 16:30 in Villeneuve d’Ascq an. Glück gehabt – denn nur eine halbe Stunde später schließt bereits die Rezeption des Wohnheimes CAMUS. Die Schlange von wartenden Studenten zieht sich bis draußen vor die Rezeption. Es ist nun Zimmer 402: klein aber fein. Für französische Verhältnisse schon fast sauber..... Im Gegensatz zu anderen Neuankömmlingen gehen wir nicht direkt zum Reinigungsprogramm über , sondern gönnen uns ein gemütliches Picknick vor dem Polytechnischen Zentrum. Der Campus wirkt noch sehr verlassen: bis auf ein paar Hasen und den ein oder anderen joggenden Studenten – keine Menschenseele.

Wir suchen noch ein gemütliches Hotel für meine Mutti und ihren Freund – direkt an der Autobahn.... Nach einem köstlichen Bier im Zentrum der kleinen Randstadt Villeneuve d’Ascq wandern wir Richtung Campus bzw. Bett....


Ich pack noch meine sieben Sachen aus (es sind wirklich nur so viele) und gehen gegen 0:00 Uhr duschen. Zum Glück im Dunklen, denn die von 21 Personen auf der Etage genutzten 4 Duschen sehen nur mäßig einladend aus... Gleiches gilt für die 4 Toiletten.