Freitag, 14. November 2008

20 – 26|10 Der ganz normale Wahnsinn...

Also zu Beginn der Woche gleich das Beste: internationales Steuerwesen, hmmmmmm! Abgesehen von diesem überaus illustrierten und unterhaltsamen Themengebiet sorgt auch der Prof für Training von Körper und Geist seiner Studenten: die Erklärungen sind hinreichend schlecht, seine wilden Tafelbilder uneindeutig und sein Körpergeruch zum Davonlaufen! So sitzen 15 arme Studenten in einem schlauchförmigen Raum, sodass jeder von uns der 1. oder wenigsten 2. Reihe sitzen darf und halten uns ein parfümiertes Taschentuch vor Nase und Mund oder atmen einfach nicht. Nach 15 Minuten landet spätestens der erste Kopf auf dem Tisch – wegen akuten Sauerstoffmangel treten schwerwiegende Müdigkeitserscheinungen auf.

Dienstag: der Prof von „Internationales Vertragswesen“ (also Recht) ist auch nicht von diesem Stern. Ein mindestens 2 Meter großer Schlacks mit kinnlagem Haar, der sich anmutig vor der Tafel hin und her bewegt. Er scheint witzig zu sein – ich versteh jedenfalls seine bildhaften Erklärungen nicht. Jedenfalls kommt er immer mindestens 30 Minuten zu spät – variiert nach Tageslaune. Wer nach ihm kommt, erntet trotzdem böse Blicke.

Mittwoch: Wir feiern bei meiner Kollegin Justin mit Pizza und Wein. Übrigens trinken die Franzosen wirklich viel Rotwein. Was dem Deutschen das Feierabend-Bier ist dem Franzosen seine Flasche Rotwein. Sinnbild eines durchweg verdorbenen Abends: nichts im Kühlschrank (nicht einmal eine Ecke Käse) und noch dazu kein Wein. Und rot muss er sein! Da ich wohlerzogen die letzte Metro nehme, verpass ich das beste vom Abend! Aber die Schilderungen am Folgetag lassen so Einiges erahnen...

Freitag: 8.30 Uhr IAE (mein Institut) liegt noch im Dunkeln, es fängt an zu dämmern. Alle Studenten stehen vor dem verschlossenen Vorlesungssaal. Wer fehlt? –der Prof. Aufgrund einer Doppelbelegung (super Organisation der Franzosen) fällt die Vorlesung quasi aus. Wir genehmigen uns ein ordentliches Frühstück bei McDo bestehend aus Pfannkuchen mit Ahornsirup und Kaffee. Lecker!

Die Übung am Nachmittag zur ausgefallen Vorlesung am Vormittag ist dafür umso anstrengender. 7 Seiten englischer Text über die Internationalisierungs-Strategie von CocaCola. Dazu sollen Fragen - auf französisch natürlich – beantwortet werden. Ich bin in einer Gruppe von 5 Mann eine der glücklichen Auserwählten und die Präsentation unserer Ergebnisse verläuft auch recht erfolgreich, bis ich eben an der Reihe bin. Keine Absprache vorab – angestupst von der Seite – „alles Stef!“ (=los Stef) – stammel ich ein paar Sätze zusammen. Leider kann ich auch die tollen Abkürzungen auf unserem Antwortzettel nicht entziffern. Währenddessen zeichnen sich tiefe Grübelfalten im Gesicht des Profs ab (Doktorant vom schönen Kontinent Afrika). Wenigsten beruht das Unverstehen auf Gegenseitigkeit – ich versteh ihn wegen seines afrikanischen Dialekts nämlich auch nicht (so wie zu 50 % auch die anderen Studenten).

Ich entspanne mich bei 2 Stunden ausgiebigen Badminton und fühl mich besser. Bis am Folgetag der Muskelkater einsetzt! Was mich natürlich nicht davon abhält nach erledigten Hausaufgaben zu einer Vor-party (Fotos: pré-party) zu Armandine zu fahren. Ein typischer Abend der COMEX-Gruppe!

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